Blutegeltherapie

Bereits seit mehr als 3.000 Jahren werden Blutegel zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Blutegel sind enge Verwandte der Regenwürmer, die sich von tierischem oder menschlichem Blut ernähren. Für die Blutegeltherapie wird der Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) verwendet.

Ich arbeite ausschließlich mit pharmazeutischen Blutegeln der Biebertaler Blutegelzucht.

 

  • Beschreibung: Die Tiere werden auf die Haut des zu behandelnden Menschen gesetzt, wo sie eine kleine Wunde in der Haut verursachen , aus der sie anschließend Blut saugen. Dabei gelangen die Inhaltsstoffe ihres Speichels in die Blutbahn des Menschen.
  • Wirkung: Bei einigen Krankheiten resultiert sie daraus, dass durch das entnommene Blut bestimmte schädliche Substanzen den Körper verlassen oder eine übermäßige Blutfülle behoben wird ("kleiner Aderlass"). Daher wurde die Blutegeltherapie lange ausschließlich den sogenannten Ausleitungsverfahren zugeordnet. Zusätzlich enthält jedoch der Speichel der Blutegel diverse Wirkstoffe, die durch den Biss in den menschlichen Körper eindringen und dort aktiv werden. Sie haben unter anderem gerinnungshemmende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, krampflösende  und schmerzlindernde Eigenschaften.
  • Anwendungsgebiete: Unter anderem entzündliche Gelenkerkrankungen, Verschleißerkrankungen der Gelenke (Arthrosen) , akute und chronische Entzündungen von Sehnen und Muskeln (Tennisellenbogen, Sehnenscheidenentzündung) , Schmerztherapie, Durchblutungsstörungen , Bluthochdruck
  • Mögliche Nebenwirkungen: Leichter, brennender Schmerz zu Behandlungsbeginn, Verfärbungen der Bissstellenränder für bis zu zwei Wochen, Juckreiz in den ersten drei Tagen nach der Therapie, Blutergüsse (Hämatome) an der Bissstelle, Kreislaufprobleme, Lymphknotenschwellungen, Narbenbildung, verlängerte Nachblutungen, verzögerte Wundheilung, Blutdruckabfall, allergische Reaktionen, lokale Entzündungen, Infektionen.
  • Kontraindikationen: Körperliche Schwäche, Anämie (Blutarmut), Blutgerinnungsstörung ("Hämophilie"), Einnahme v Cumarinderivaten (zB Marcumar) , bekannte Allergie gegen das Sekret der Blutegel, schwere chronische Erkrankungen und Immunschwäche, Einnahme v. Immunsuppressiva, Magengeschwür, Schwangerschaft.